Zu viel Bestand, zu wenig Überblick – bis die Simulation Klarheit schaffte
Zwei Lagerstandorte, tausende Artikel, und immer wieder die Fragestellung: Sind die Bestände im Spannungsfeld von gebundenem Kapital und Servicelevel gut ausbalanciert? Dieses Problem kennen Logistik- und Produktionsverantwortliche gut – es ist kein Zeichen schlechter Arbeit, sondern ein Komplexitätsproblem. Fraunhofer Austria hat es in fünf Monaten lösbar gemacht.
Die Ausgangslage
dm mit Lagerstandorten in Enns (Österreich) und Paty (Ungarn) stand vor einer klassischen Herausforderung: Die Datenbasis war vorhanden – doch eine Simulation der Wechselwirkungen zwischen Bestandsniveaus und Servicegrad fehlte. Angesichts der Vielzahl an Einflussfaktoren – Artikel, Warengruppen, Standorte, Nachfrageschwankungen – ist eine solche Simulation hochkomplex. Auf Artikel- und Lagerebene fehlte damit ein quantitatives Bild davon, wie sich Bestandsentscheidungen tatsächlich auf den Servicegrad auswirken.
Die Lösung
Fraunhofer Austria fusionierte Daten aus mehreren Quellen und baute darauf ein Simulationsmodell auf. Dieses Modell quantifiziert, wie sich verschiedene Bestandsniveaus auf Servicelevels auswirken – differenziert nach Artikel, Warengruppe und Standort. Statt pauschaler Betrachtungen entstand ein präzises Werkzeug, das Entscheidungen auf Basis von Daten statt Schätzungen ermöglicht.
Die Ergebnisse
Die Simulationsergebnisse sind über ein interaktives Dashboard abrufbar – auf Artikel-, Lager- und Warengruppenebene. Das zentrale Ziel des Projekts war von Beginn an, die Sensitivität der Bestände in Bezug auf den Servicegrad transparent zu machen – und genau das wurde erreicht. Die Fraunhofer-Evaluation bestätigt weitestgehend die Angemessenheit der aktuellen Bestandsniveaus und zeigt punktuell konkrete Optimierungsfelder auf. Dieses Ergebnis ist wertvoll: Es schafft Sicherheit in der Bestandssteuerung und gibt Verantwortlichen eine fundierte, datenbasierte Grundlage für künftige Entscheidungen.
»Das Dashboard liefert uns eine verlässliche, faktenbasierte Entscheidungsgrundlage und schafft damit die Basis, unsere Dispositionsstrategie objektiv und datengestützt statt rein intuitiv weiterzuentwickeln.«
Manuel Reif - Bereichsmanager Beschaffung und Disposition bei dm.
Fraunhofer Austria