Internationales Forschungskonsortium baut EU-Kompetenzschmiede für Industrie 4.0 in Ungarn auf: Fraunhofer Austria ist federführend mit an Bord

Pressemitteilung / 17.10.2017

Mit Industrie 4.0 erleben Produktionen weltweit eine digitale Transformation. Digitalisierung und Vernetzung stellen für Unternehmen Herausforderung und Chance gleichmaßen dar. Das EU- Forschungsprojekt »EPIC – Centre of Excellence in Production Informatics and Control« soll vor allem die sogenannte cyber-physische Produktion stärken, indem es führende Forschungseinrichtungen in Deutschland, Österreich und Ungarn vernetzt und Kooperationen fördert.

© Foto Thomas Sobottka

EPIC-Team beim Konsortialtreffen am 16. und 17. Oktober in Wien

Im Zentrum des Projekts EPIC steht die Etablierung eines Kompetenzzentrums als international führende Forschungseinrichtung in den Bereichen Produktionsmanagement und -informatik. Ziel ist es, die großen Herausforderungen zu bewältigen, die die neue technologische Vielfalt an Informations- und Kommunikationstechnologien für die Produktion mit sich bringt. Mithilfe der multidisziplären Kompetenzen der der EPIC-Partner sollen die Technologien rund um die Industrie 4.0, insbesondere im Umfeld der cyber-physischen Produktionssysteme (CPPS) grundlegend erforscht und in industrielle Anwendungen überführt werden. Zu diesem Zweck wird im Rahmen des Projekts ein Netzwerk verschiedener Pilot-CPPS, darunter auch die TU Wien Pilotfabrik Industrie 4.0, aufgebaut und international vernetzt. Unterschiedliche Fragestellungen können damit unter realen Bedingungen untersucht und Industrieunternehmen zugänglich gemacht werden. Zugleich werden die Erfahrungen anderer Pilot-CPPS genutzt sowie Synergien gefördert. Somit soll der CPPS-Reifegrad der Industrieunternehmen in den Zielmärkten Ungarn, Österreich und Deutschland gesteigert werden, um eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Produktions-Ökosystem zu erzielen.

Know-how aus Österreich

Das EPIC-Konsortium besteht aus einer Kooperation des Instituts für Informatik und Automatisierungstechnik der ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA SZTAKI), zwei Fakultäten der Budapester Universität für Technologie und Wirtschaft (BME) und vier Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Koordination übernimmt das ungarische Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsbüro NKFIH als zuständige Behörde für Forschung, Technik und Innovation.

Der Forschungsschwerpunkt von Fraunhofer Austria liegt auf dem Thema cyber-physische Systeme, insbesondere auf der Planung und Steuerung kooperativer, adaptiver Produktions- und Logistiksysteme. Ein Expertenteam aus Wien setzt sich dabei intensiv mit der Anwendung von Machine-Learning-Algorithmen, beispielsweise für die Prädiktion von Durchlaufzeiten, auseinander. Zudem arbeiten die Forscher an der Weiterentwicklung unterschiedlicher Trainings und Weiterbildungsmaßnahmen für die Industrie, um einen gezielten Wissenstransfer zu ermöglichen. Im Besonderen zielen die Maßnahmen auf die Stärkung der KMU-Landschaft ab.

Die EU-Förderung aus dem Rahmenprogramm HORIZON 2020 für EPIC beträgt rund 10,8 Mio. Euro. Das Gesamtbudget des Projekts beläuft sich auf rund 21,7 Mio. Euro bei einer Projektlaufzeit von sieben Jahren.

Projektpartner:

  • National Research, Development and Innovation Office, NKFIH, Budapest
  • Institute for Computer Science and Control, Hungarian Academy of Sciences, SZTAKI, Budapest
  • Budapest University of Technology and Economics, Faculty of Mechanical Engineering und Faculty of Transportation Engineering and Vehicle Engineering, BME, Budapest
  • Fraunhofer Austria Research GmbH, Wien
  • Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, Stuttgart
  • Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie, Aachen
  • Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, Berlin