Pressemitteilung / 8.9.2017

Fraunhofer Austria: Erstes Jahr in Tirol war sehr erfolgreich

© Foto Armin Kuprian

v.l.n.r.: Thomas Oberbeirsteiner (Bürgermeister Marktgemeinde Wattens), Wilfried Sihn (Geschäftsführer Fraunhofer Austria), Bernhard Tilg (Landesrat), Markus Langes-Swarovski (Mitglied des Swarovski Executive Boards) und Matthias Neeff (Geschäftsführer der Destination Wattens Regionalentwicklung GmbH) beim Anschnitt der Geburtstagstorte.

© Foto Armin Kuprian

Mehr als 120 Gäste folgten der Einladung zur 1-Jahres Feier des Fraunhofer Innovationszentrums »Digitale Transformation der Industrie« in Tirol.

Die Tiroler Dependance der bekannten Forschungsorganisation blickt auf ein Jahr Schwerpunktarbeit in der Region zurück – GF Wilfried Sihn zeigt sich zufrieden

Ein Jahr nach der Eröffnung des Fraunhofer Innovationszentrums »Digitale Transformation der Industrie« in Tirol kamen  Vertreter aus Industrie, Forschung und Politik gestern erneut zusammen: Mehr als 120 Gäste folgten der Einladung zur 1-Jahres-Feier und trafen sich in der sogenannten »Schleifhalle« des internationalen Gründer- und Unternehmenszentrums Werkstätte Wattens. Unter den Gratulanten waren auch hochkarätige Persönlichkeiten wie Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg, der Wattener Bürgermeister Thomas Oberbeirsteiner, Markus Langes- Swarovski, Mitglied des Swarovski Executive Boards, sowie Matthias Neeff, Geschäftsführer der Destination Wattens Regionalentwicklung GmbH. Mit den Worten »Wir sind in Tirol angekommen« eröffnete Fraunhofer Austria-Geschäftsführer Wilfried Sihn den Abend.

Innovative Lösungen für die Tiroler Wirtschaft

Digitale Transformation ist mehr als die geschickte Nutzung moderner IT-Technologien. Im Extremfall verändert sie auch das Auftreten am Markt, die eigenen Produkte, die Produktions- und Logistikprozesse und die Unternehmensstrategie – also eigentlich »fast alles«. Um die neuen Chancen für Wachstum nutzen zu können, bedarf es der richtigen Kompetenzen. »Wir verstehen uns als Vermittler von Know-how aus der Wissenschaft in die Praxis«, erklärt Sihn in diesem Zusammenhang. Gerade neue Data Science Technologien bilden in den kommenden Jahren Schlüsselthemen für Unternehmen im Kontext von Industrie 4.0, denen sich auch Fraunhofer Austria in Tirol verschrieben hat. (Forschungs-)Schwerpunkte wie etwa Industrial Data Engineering & Transformation, Smart Data Analytics oder Big Data Anwendungen für die Industrie 4.0 konnten bereits im ersten Jahr der Aufbauphase gemeinsam mit Industriepartnern und Hochschulen konkretisiert werden. Damit sei  das vergangene Jahr insgesamt sehr erfolgreich verlaufen – dazu gehört auch der erste öffentlich geförderte Forschungsantrag sowie der Abschluss erster Projekte im Bereich der industriellen Auftragsforschung, so der Fraunhofer Austria-Chef am Ende seiner Begrüßungsrede.   

Um die eigenen Forschungsthemen voranzutreiben, sei man vor allem auf der Suche nach langfristigen Forschungspartnern sowie weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. »Bis 2019 wollen wir unser Forschungsportfolio weiter aufbauen und unser Team vor Ort auf circa zehn Personen erweitern«, ergänzt Michael Stockinger, Projektkoordinator des Fraunhofer Innovationszentrums in Wattens.

Erstes Forschungsprojekt startet im Oktober

Mit »ASPeCT – Adaptive Smoothed Production« scharrt bereits das erste öffentliche Forschungsprojekt unter Mitarbeit des Fraunhofer Innovationszentrums in Wattens in den Startlöchern. Im Rahmen des FFG-Programms »Produktion der Zukunft« wird in den kommenden drei Jahren gemeinsam mit namhaften Partnern wie etwa Handl Tyrol eine neue Methode für eine durchgängige Produktionsplanung auf Basis simulationsgestützter Optimierung aller Produktionsressourcen entwickelt werden. Ziel ist es, die Produktionsplanung unter Nutzung von Maschinen- bis hin zu Wetterdaten effizienter und mit einer höheren Qualität durchführen zu können. »Wir haben mit ASPeCT unseren Vorsatz, einen ersten Forschungsantrag im ersten Jahr auf Schiene zu bringen, erfüllt«, freut sich Stockinger.

Best Practices vorgestellt

Fraunhofer Austria arbeitet bereits seit vielen Jahren mit führenden Unternehmen aus Tirol zusammen, darunter beispielsweise die Swarovski Gruppe, Handl Tyrol sowie hollu Systemhygiene. Dabei soll durch die Umsetzung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse rund um die Industrie 4.0 in nutzbare Innovationen die regionale Wettbewerbsfähigkeit weiter gesteigert werden. Welchen konkreten Nutzen Unternehmen nun daraus ziehen können, die eigenen Digitalisierungspotenziale frühzeitig zu heben, zeigte im Rahmen der 1-Jahres-Feier etwa Markus Langes-Swarovski anhand der Skizzierung des digitalen Ökosystems von Swarovski. »Die Zusammenarbeit mit Fraunhofer eröffnet völlig neue Chancen und Möglichkeiten für Wattens und das unternehmerische Ökosystem Tirols. Wir wollen die Innovationskraft steigern und intensiv mit anderen Unternehmen sowie den bestehenden Einrichtungen zusammenarbeiten. Wir freuen uns auf viele gemeinsame Projekte in der Zukunft«, so Langes-Swarovski.

Ein weiteres erfolgreiches Digitalisierungsbeispiel hatte Michael Förster, Leiter Service Engineering bei GE Jenbacher, an diesem Abend im Gepäck. Er zeigte auf, wie GE Jenbacher, der führende Hersteller von Gasmotoren und Blockheizkraftwerken, seine Service-Prozesse nach und nach systematisch digitalisiert. Ziel ist es, mit der gemeinsam mit Fraunhofer Austria entwickelten Plattform »Digital Service Eco System« ungeplante Wartungstätigkeiten und Stillstände von Gasmotoren auf null zu reduzieren – und das bei gleichzeitiger Reduzierung der Servicetätigkeiten. Dass die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie fruchtet, bestätigt Förster: »Die langfristig ausgerichtete Kooperation mit Fraunhofer Austria und der TU Wien hilft uns dabei, diese Vision auszuarbeiten und auch umzusetzen.«

 

 

Statements

»Die Digitalisierung stellt für alle Lebensbereiche sowie insbesondere auch für alle Branchen eine enorme Herausforderung dar. Doch gerade für die Industrie ist digitale Transformation von essentieller Bedeutung. Und so war es äußerst zukunftsweisend, dass vor einem Jahr mit Wattens nach Wien und Graz der dritte Fraunhofer-Standort in Österreich gegründet wurde, der sich im speziellen mit dem Thema Digitale Transformation der Industrie auseinandersetzt. Mit dem Industrie 4.0-Reifegradmodell stellt Fraunhofer den Betrieben jenes Rüstzeug zur Verfügung, welches sie für die Digitalisierung ihrer Produktion benötigen. Damit Tiroler Betriebe vermehrt davon Gebrauch machen können, unterstützt sie das Land Tirol gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Tirol künftig mit einer speziellen Digitalisierungsförderung.« Landesrat Univ.-Prof. DI Dr. Bernhard Tilg

»Mit  Gründung der Destination Wattens Regionalentwicklung GmbH haben wir  uns gemeinsam mit dem Unternehmen Swarovski zum Ziel gesetzt, unseren regionalen Lebens- bzw. Wirtschaftsraum nachhaltig weiter zu entwickeln. Mit der Eröffnung der Werkstätte Wattens wurde dafür ein ganz wesentlicher Meilenstein gesetzt, welcher durch die Ansiedelung von Fraunhofer Austria seine sehr erfreuliche Bestätigung fand. Das Fraunhofer Innovationszentrum stellt für unseren Standort eine ganz wesentliche Aufwertung hinsichtlich der gemeinsamen, angewandten Forschungsqualität dar und ist für unsere Unternehmen in Sachen digitaler Transformation verlässlicher sowie kompetenter Ansprechpartner. Ich gratuliere dem Fraunhofer Innovationszentrum zum sehr erfolgreichen Jubiläum und bedanke mich bei allen Protagonisten, welche für dieses Erfolgsmodell verantwortlich zeichnen!« Bürgermeister Thomas Oberbeirsteiner, Marktgemeinde Wattens

»Es ist schön beobachten zu können, wie sich das Fraunhofer Innovationszentrum seit seiner Ansiedelung in unserem internationalen Gründer- und Unternehmenszentrum Werkstätte Wattens kontinuierlich weiterentwickelt hat. Das Team von Fraunhofer ist inzwischen zu einem integrativen Bestandteil der Gemeinschaft vor Ort aber auch des regionalen Ökosystems geworden. Als Schnittstelle zwischen Forschung und Unternehmen leistet Fraunhofer einen zentralen Beitrag um Tiroler Betriebe zunächst für die Potenziale der Digitalisierung zu sensibilisieren und anschliessend bei der Umsetzung ihrer digitalen Strategien zu begleiten. So leistet es einen wesentlichen Beitrag zu deren erfolgreicher Zukunft. Ich gratuliere ganz herzlich zum 1. Geburtstag und freue mich auf die kommenden Jahre enger, partnerschaftlicher Zusammenarbeit.« Matthias Neeff, Geschäftsführer Destination Wattens