Forschungsprojekt »IPPO« beendet: Forscher entwickelten neuen Prognose- und Planungsalgorithmus für die Gestaltung nachhaltiger Transportketten

Pressemitteilung / 12.1.2018

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie geförderten Forschungsprojekts »Intelligente Vernetzung von Prognose, Planung und Optimierung zur Gestaltung nachhaltiger Transportketten« haben Wissenschaftler von Fraunhofer Austria gemeinsam mit der Hödlmayr International AG und der RISC Software GmbH daran gearbeitet, die Planungssicherheit von Logistikdienstleistern zu erhöhen, um Kosten und Emissionen einzusparen. Das Ergebnis ist ein neuer Modellansatz zur Ableitung von Handlungsempfehlungen für eine nachhaltigere Transportgestaltung und liefert wichtige Anknüpfungspunkte für künftige Forschungen.

Zunehmende Volatilität im Transportsektor stellt Logistikdienstleister im Bereich des Güterverkehrs vor große Herausforderungen. Unter- bzw. Überkapazitäten im Fuhrpark verursachen nicht nur hohe Kosten, sondern die Emissionen der gefahrenen Leerkilometer belasten zusätzlich die Umwelt. Ziel des Forschungsprojekts IPPO war es, die Planungssicherheit bei Fahrzeuglogistikern zu erhöhen. Dadurch soll ein verstärkter Einsatz nachhaltiger Transportmittel sichergestellt werden und damit eine Reduktion der Emissionen einhergehen. Denn aufgrund seiner kurzen Vorlaufzeit in der Transportorganisation und der damit verbundenen höheren Flexibilität wird heute immer noch der Lkw in vielen Fällen bevorzugt, auch wenn die Bahn ökologisch sinnvoller wäre.

Mittels Datenanalyse Kosten und Emissionen senken
Anhand eines modellhaften Ausschnittes des Transportnetzwerks des Logistikspezialisten Hödlmayr wurden die entwickelten Modellansätze getestet und mit gängigen Vorgehensweisen zur Fuhrparkplanung verglichen: Hohe Kosten (+ 27,8 %) und hohe Emissionen (+ 24,1 %) verursacht der Ansatz, die eigene multimodale Flotte möglichst auszulasten und prognostizierte Schwankungen an Subauftragnehmer zu vergeben. Ebenfalls führt es zu höheren Kosten (+ 5,1 %) und Emissionen (+ 2,7 %), wenn sich Transportdienstleister an den mittleren Schwankungen der prognostizierten Auftragsvolumina orientieren und Auftragsspitzen an Subunternehmen vergeben. Auf einem ähnlichen Niveau liegen die Gesamtkosten (+ 3,7 %) und Emissionen (+ 1,3 %), wenn sich die Planung auf Kennzahlen vergangener Perioden stützt, wie bspw. die notwendige Anzahl an Lkw pro Transporteinheit, und versucht, diese auf prognostizierte Auftragsvolumina zu übertragen.

Die besten Ergebnisse hinsichtlich Gesamtkosten und Emissionen lieferten die im Forschungsprojekt IPPO neu entwickelten Modelle und Algorithmen, die versuchen, die prognostizierten Auftragsschwankungen zu kompensieren und für künftige Planungsperioden multimodale Transportmittelkreisläufe simulieren und anhand der Ergebnisse entsprechende Handlungsempfehlungen für eine optimale  Fuhrparkzusammensetzung ausweisen. Indem aktualisierte Prognosen zum Transportaufkommen laufend eingespielt und die Fuhrparkzusammensetzung kontinuierlich überwacht und angepasst wird, können zusätzliche Verbesserungen erreicht werden.

Auftraggeber in die Pflicht nehmen
Um die notwendige Datengrundlage für die Vorausplanung von Schwankungen künftiger Transportvolumina zu schaffen, setzten die Projektverantwortlichen auf eine starke Integration der Auftraggeber von Transporten in den Planungsprozess der Logistikdienstleister. „Wir konnten feststellen, dass die resultierenden Kosten und Emissionen stark von der Verfügbarkeit und Qualität der Planzahlen künftiger Planungsvolumina abhängen. Indem diese verbessert und so adäquate Transportressourcen bereitgestellt werden können, sind zusätzliche fünf bis zehn Prozent an Effizienz möglich“, erklärt Georg Brunnthaller, Projektleiter bei Fraunhofer Austria. Einserseits gilt es, Auftraggeber stärker in die Pflicht zu nehmen, ihre Logistikdienstleister verstärkt in Supply-Chain-Planungsprozesse zu integrieren. Anderseits müsse laut dem Wissenschaftler die Entwicklung geeigneter Prognoseverfahren intensiviert werden. Durch die damit geschaffende Transparenz können weitere Entwicklungsschritte hin zu voll integrierten nachhaltigeren Produktions- und Logistiknetzwerken (»social networked logistics«) gesetzt werden.