Mediaprint | Print2Flow: Wie MediaPrint strategische Netzwerkentscheidungen trifft

Welche Stellschrauben im Logistiknetzwerk wirklich zählen – und welche kaum Wirkung zeigen: Das war die zentrale Frage, die MediaPrint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH & Co KG beantworten wollte. Österreichs führender Zeitungsverlag betreibt ein flächendeckendes Netz aus Druckstandorten, Stützpunkten und Zustellgebieten. Entscheidungen über Netzwerkstruktur und Prozessgestaltung erwiesen sich aufgrund zahlreicher Abhängigkeiten als schwierig. Das Unternehmen benötigte ein Werkzeug, das Konfigurationsalternativen vergleichbar macht – nach Kosten für Teilprozesse und den Gesamtprozess sowie unter Berücksichtigung einer geplanten Zustellqualität.

Die Herausforderung

Verteilte Netzwerke mit vielen Standorten und Prozessvariablen lassen sich nicht durch Erfahrungswerte allein steuern. Wer investiert, restrukturiert oder operative Abläufe ändert, will vorher wissen: Welche Maßnahme bringt an welcher Stelle wie viel? Führt eine konkrete Maßnahme bloß zu einem Teiloptimum oder wird der gesamte Prozess dadurch effizienter? Ohne Simulation bleibt das eine Schätzung.

Die Lösung

Fraunhofer Austria entwickelte in sieben Monaten das parametrierbare Simulationsmodell Print2Flow – auf Basis realer ERP-Bewegungsdaten aus dem Unternehmen. Das Modell bildet die gesamte Prozesskette ab: von der Druckplanung und -produktion über Transport und Kommissionierung bis zur Hauszustellung. Es wurde in Python umgesetzt, über Excel konfigurierbar gemacht und in ein interaktives Power BI-Dashboard überführt. Anwendende wurden geschult und erhielten vollständige Dokumentation. Das Modell verbleibt im Unternehmen und kann eigenständig für neue Fragestellungen eingesetzt werden.

Die Ergebnisse

Das Modell berechnet automatisiert eine Vielzahl von Szenarien – für unterschiedliche Netzwerk-, Prozess- und Kapazitätskonfigurationen. Die zentrale Erkenntnis: Strukturelle Netzwerkentscheidungen haben den größten Einfluss auf die Zustellqualität. Operative und taktische Maßnahmen ergänzen diesen Effekt, können ihn aber nicht ersetzen.

Damit verfügt MediaPrint über eine differenzierte Parameter-Hierarchie, die zeigt, wo Investitionen wirken – und wo nicht. Strategische Netzwerkplanung erfolgt dadurch anhand simulationsgestützter Szenarien.

Stehen Sie vor ähnlichen Fragen in Ihrer Produktions- oder Logistikstruktur? Fraunhofer Austria entwickelt maßgeschneiderte Simulationsmodelle, die Entscheidungen messbar machen. 

»Das Print2Flow-Simulationsmodell gibt uns die Möglichkeit, strategische Netzwerkentscheidungen auf einer quantitativen Basis zu bewerten.« 
Robert Modibla, Bereichsleiter Logistik bei MediaPrint

Factbox

Projekt: Aufbau von EPIC als international anerkanntem Kompetenzzentrum für cyber-physische Produktionssysteme in Ungarn​
konsortialführer & partner: National Research, Development and Innovation Office (NKFIH), Institute for Computer Science and Control, Hungarian Academy of Sciences (SZTAKI), Budapest University of Technology and Economics (BME), Fraunhofer-Gesellschaft (FhG): IPA-Stuttgart, IPK-Berlin, IPT-Aachen, Fraunhofer Austria Research GmbH (FhA)​

Ergebnisse:

Etablierung von EPIC als international anerkanntes Kompetenzzentrum für cyber-physische Produktionssysteme (CPPS) in Ungarn im Rahmen von Horizon 2020​

Aufbau eines international vernetzten Netzwerks von Pilot-CPPS, darunter die TU Wien Pilotfabrik Industrie 4.0, für praxisnahe Forschung und Industriezugang​

Wissenstransfer und Kapazitätsaufbau für KMU sowie Förderung eines wettbewerbsfähigen Forschungs- und Wirtschaftsstandorts in Mittel- und Osteuropa​

Fördergeber: EU
Laufzeit: 6,5 Jahre