Die Meerforelle ist ein besonderer Fisch. Jahr für Jahr verlässt sie zum Laichen das Salzwasser der Ostsee und kämpft sich flussaufwärts ins Süßwasser vor, um Kuhlen zu buddeln und die Eier abzulegen.
Der Weg ist mühsam, an vielen Stellen machen ihn Kraftwerke aussichtslos. Aktuell hilft Künstliche Intelligenz dem bis zu 130 Zentimeter großen Fisch – und könnte beitragen, ihn vor dem Aussterben zu retten und die Funktionsfähigkeit von Fischtreppen und Renaturierungsmaßnahmen zu überprüfen.
Forscherinnen und Forscher von Fraunhofer haben Künstliche Intelligenz (KI) mit Videoschnipseln darauf trainiert, die Meerforelle von vorbeischwimmenden Blättern und anderen Fischen zu unterscheiden. Jetzt kann KI beitragen, die Wanderwege dieses Lachsfisches erstmals flächendeckend zu untersuchen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat das Institut für Fisch und Umwelt mit einer wissenschaftlichen Zählung der Meerforellen beauftragt. Dazu bauen Mitarbeiter Engpässe ein, die die Forellen passieren müssen, und überwachen diese mit Kameras. Die Auswertung der Aufnahmen ist jedoch extrem langwierig. Etwa drei Monate ist ein Mitarbeiter mit der Zählung aller Engstellen beschäftigt. Diese langwierige Prozedur ist nun erheblich verkürzt. Dank KI benötigt das System statt drei Monaten für die Auswertung lediglich fünf Tage. Ein weiterer Vorteil: Statt wie bisher nur fünf bis sechs Flüsse auf das Vorkommen von Meerforellen zu untersuchen, kann sie nun wirklich flächendeckend beobachtet werden. Anwender sind Biologen, die sonst Videomaterial selbst per Hand auswerten.
Fraunhofer Austria