Land Kärnten I Kommunale Energiebuchhaltung

© Fraunhofer Austria
© Fraunhofer Austria

Wenn der Energieverbrauch eines Gebäudes still und leise aus dem Ruder läuft

Schleichende Anstiege im Energieverbrauch fallen selten auf – bis die Jahresabrechnung kommt. Das Land Kärnten wollte nicht warten: Die „Kommunale Energiebuchhaltung", eine Onlineanwendung zum zentralen Energiemonitoring für Kärntner Gemeinden, wurde um ein Modul erweitert, das Auffälligkeiten erkennt, bevor sie zu Kostentreibern werden.
 

Ausgangslage: Zu viele Zähler, zu wenig Transparenz

Öffentliche Verwaltungen bewirtschaften Dutzende, oft Hunderte Objekte gleichzeitig. Schulen, Feuerwehrhäuser, Amtsgebäude – jedes hat ein eigenes Verbrauchsprofil. Manuelle Kontrolle skaliert nicht. Wer erkennt, dass ein Feuerwehrhaus in Gemeinde A im Vergleich zu baugleichen Objekten doppelt so viel Strom verbraucht? Wer bemerkt, dass der Heizungsbedarf eines Amtsgebäudes seit drei Monaten langsam steigt – ohne sichtbaren Grund?
 

Vorgehen: Zwei Komponenten, zwei Methoden

Fraunhofer Austria entwickelte in sechs Monaten ein zweiteiliges Erkennungssystem. Im ersten Teil analysiert ein KI-Modell die Zeitreihen jedes einzelnen Zählers. Es lernt das typische Verbrauchsmuster und schlägt Alarm, sobald kurzfristige Anomalien auftreten – ungewöhnliche Sprünge, die auf plötzliche technische Defekte, Fehlbedienungen oder auch harmlose, einmalige Events hindeuten. In der zweiten Komponente übernehmen statistische Methoden auf Basis der STL-Zerlegung: Sie machen schleichende, langfristige Trends im Verbrauch sichtbar, die keine kurzfristigen Ausreißer erzeugen, aber über Monate Kosten produzieren oder auch sparen.

“Konkret können wir mit der Unterstützung durch Fraunhofer Austria Energieverbräuche in öffentlichen Gebäuden besser verstehen und optimieren.” Hannes Obereder, Amt der Kärntner Landesregierung

 

Factbox

Projekt: Energiebuchhaltung Land Kärnten Energieverbrauchs-Monitoring
methoden: KI-Prognosen, unsupervised Learning, statistische Methoden

ergebnisse:

Interaktive Visualisierung zum Benchmarking von Energieprofilen öffentlicher Objekte Automatische Ausreißer-Identifikation innerhalb eines Objekttyps (z. B. Feuerwehrhäuser in verschiedenen Gemeinden) durch unüberwachte KI3. 2-stufiges System zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten in Energieprofilen: Stufe 1 erkennt kurzfristige Anomalien in Zeitreihen mittels KI-Prognosen, Stufe 2 macht mittel- und langfristige Verbrauchstrends durch statistische Methoden sichtbar.
Laufzeit:
6 Monate