Durch Kooperation zum Erfolg
In dem von Fraunhofer Austria initiierten und geleiteten Kooperationsprojekt „zukunftsfähige Großkomponentenmontage“ erarbeiten drei Produktionsunternehmen von Großkomponenten gemeinsam Pilotprojekte aus den Themenbereichen Lean 4.0, physische Assistenzsysteme, zukünftige Mitarbeiterkompetenzen sowie kognitive und digitale Assistenzsysteme.
Das selbstständige Identifizieren und Erarbeiten von Use Cases basierend auf neu erlerntem Methodenwissen sowie der intensive Wissens- und Erfahrungsaustausch der teilnehmenden Unternehmen machen die Kooperationsprojekte von Fraunhofer Austria einzigartig. Begleitetet von Expertinnen und Experten werden Anwendungslösungen konzipiert, umgesetzt und validiert. Anders als bei klassischen Forschungsprojekten wird hier nicht allein durch Fraunhofer Austria eine Frage geklärt und eine daraus resultierende Anwendung beim Industriepartner implementiert, sondern die teilnehmenden Unternehmen sind selbst am Zug: Sie erlernen neue Methoden, entwickeln gemeinsam im Projektteam neue Ideen und erhalten dabei wertvolles Feedback von anderen Unternehmen.
„Unser Wissen bei Fraunhofer Austria ist unser wertvollstes Gut. In den Kooperationsprojekten wenden wir dieses Wissen nicht einfach nur an, sondern wir vermitteln es an die teilnehmenden Unternehmen. So werden diese in die Lage versetzt, selbstständig Projekte durchzuführen anstatt sie von Externen durchführen zu lassen. Zugleich stehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ständigem Austausch mit anderen Unternehmen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen“, erklärt Philipp Hold, Leiter der Gruppe Montageplanung und Assistenzsysteme bei Fraunhofer Austria und Leiter des Projekts.
Drei Unternehmen, drei Perspektiven und viele Gemeinsamkeiten
Kooperationsprojekte nach dem beschriebenen Konzept wurden von Fraunhofer Austria bereits mehrfach durchgeführt. Bei dem Kooperationsprojekt der „Zukunftsfähigen Großkomponentenmontage“ liegt der Fokus jedoch auf dem Austausch innerhalb einer „Branche“. Waren es bisher stets drei Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Bereichen, die gemeinsam neue Konzepte und die Anwendungsmöglichkeiten neuer Technologien erlernten, so sind es mit Siemens Mobility Austria, Hans Brantner & Sohn Fahrzeugbaugesellschaft und der Rheinmetall MAN Military Vehicles Österreich GmbH diesmal drei Unternehmen, die durch eine Gemeinsamkeit stark verbunden sind: Die Montage von Großkomponenten.
Umso spannender sind für die Betriebe die gegenseitigen Werksbesichtigungen, denn diese sind ein integraler Bestandteil der Fraunhofer Austria Kooperationsprojekte. Jedes der vier Module, die im Lauf der zweijährigen Projektdauer erarbeitet werden, startet mit einem von Fraunhofer Austria geleiteten Workshop in der TU Wien Pilotfabrik Industrie 4.0 in der Wiener Seestadt. Dort vermitteln die Forscherinnen und Forscher die Expertise, die nötig ist, um ein Pilotprojekt in dem jeweiligen Innovationsfeld entwickeln zu können – von der Potenzialanalyse bis zur Umsetzung und Validierung. Darauf folgen pro Modul stets mindestens vier weitere Workshops, welche direkt bei den teilnehmenden Unternehmen stattfinden. Es kommt zu einem laufenden Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen und einer effizienten Verbindung zwischen Theorie und Praxis.
Der Wissenstransfer, sowie die Begleitung, Moderation und Betreuung durch die Fraunhofer Austria Expertinnen und Experten, aber auch das Feedback der anderen Betriebe werden von den teilnehmenden Unternehmen sehr geschätzt: „Besonders wertvoll hervorzuheben ist der offene und ungeschminkte Austausch mit den Teilnehmerfirmen, in Form von gegenseitigen Werksbesuchen und Vorstellungen von Verbesserungsinitiativen unter der Organisation und Moderation durch Fraunhofer Austria. Aufgrund der unkomplizierten Möglichkeiten, branchenübergreifende Einblicke und Kommunikation auf Augenhöhe zu bekommen, ist aus meiner Sicht eine Teilnahme am Kooperationsprojekt eine wertschöpfende Investition, für die ich mich bei den Organisatoren bedanken möchte“, sagt Stephan Beck, Lean Senior Expert bei Siemens Mobility Austria.
„Wie erwartet konnten wir schon in kurzer Zeit Quick Wins erzielen. Durch den Austausch mit gleichgesinnten Unternehmen ist es im Projekt Großkomponentenmontage möglich, sich über gemeinsame Problemstellungen und Herausforderungen direkt auszutauschen und einen Einblick in mögliche Best Practices zu erhalten. Das gute Klima im Projektteam und die Offenheit und Ehrlichkeit schätzen wir besonders. Fraunhofer Austria begeistert hier, wie in allen Projekten zuvor, mit einem gut strukturierten Projekt, welches aufgrund der überschaubaren Arbeitspakete zu einem raschen Erfolgserlebnis führt. Konkret hatten wir in den ersten Wochen bereits einen Plan für ein Pilotprojekt und dieses auch bereits in der Fertigung umgesetzt. Das führte zu transparenteren Arbeitsinhalten und dadurch zu einer Effizienzsteigerung. Wir können das Projekt uneingeschränkt weiterempfehlen.“, sagt Rainer Schuster, IT Projektmanager bei der Hans Brantner & Sohn Fahrzeugbaugesellschaft.
„Das Projekt ist von Beginn an sehr gut strukturiert. Der Austausch unter den Unternehmen funktioniert deshalb so gut, weil durch Inputs und Anregungen seitens Fraunhofer sehr schnell Diskussionspunkte entstehen. Durch die Kurzvorstellungen der Projekte durch die Unternehmen und die Feedbackrunden zu Chancen und Risiken, kann jedes Unternehmen nochmals gezielt reflektieren. Ich finde diese Form von Austausch sehr gut und möchte dies auch weiterempfehlen“, sagt Jürgen Kunze, Geschäftsführer der Rheinmetall MAN Military Vehicles Österreich GmbH.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des derzeit laufenden Projekts „Zukunftsfähige Großkomponentenmontage“ haben seit dem Projektstart im Juni 2022 bereits drei der vier Module durchlaufen und werden das Projekt im Frühling 2024 abgeschlossen haben. Es wird aber sicher nicht das letzte Projekt dieser Art gewesen sein! Interessierte Unternehmen können jederzeit Kontakt aufnehmen.
Fraunhofer Austria