3. Deutsch-Österreichisches Technologieforum 2018

Review

Dass an der Digitalisierung kein Unternehmen mehr vorbei kommt, ist inzwischen hinlänglich bekannt, doch die Umsetzung ist mitunter schwierig. Beim "Deutsch-Österreichischen Technologieforum", das jährlich von der Deutschen Handelskammer in Österreich (DHK) und Fraunhofer Austria Research organisiert wird, fanden sich Technologie-Experten aus Industrie und Handel ein und solche, die es noch werden wollen. 25 führende Manager und Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich berichteten am 20. und 21. September vor mehr als 130 Teilnehmern über ihre Erfolge und Geschäftsmodelle in den Bereichen Industrie, Handel, Medien und Versicherungen.

Veränderungen für Gesellschaften

»Veränderung allerorts«, so lautete die knappe Beschreibung von Zukunftsforscher Eckard Minx für die aktuelle Entwicklung. Die industrielle Produktion sowie Service und Dienstleistungen werden laut Minx immer tiefer von neuen Technologien, wie zum Beispiel der sogenannten »Künstlichen Intelligenz« durchdrungen, so der Vorstandssprecher der Daimler und Benz Stiftung. Es stelle sich daher die Frage, wie sich durch diese »vierte industrielle Revolution« beziehungsweise »The Second Machine Age« die Bedingungen für Firmen und Gesellschaften verändern werden. Minx: »Wie sind die organisationalen Steuerungssysteme neu zu justieren? Welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation, für wirkliche Zukunftsorientierung sind erforderlich? Und: Gibt es Trost für Zweifler und Zauderer?«

Chancen für Unternehmen

»Die größte Schwierigkeit ist die Vielfalt an Möglichkeiten«, zeigt Wilfried Sihn, Geschäftsführer der Fraunhofer Austria Research GmbH Verständnis für »Digitalsierungs-Zauderer«. Dennoch könne sich kein Unternehmen mehr erlauben, über die Digitalisierung hinwegzusehen. »Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie von ihren Konkurrenten überholt werden«, warnt Sihn. Industrie 4.0 ermögliche es den Betrieben, durch die Nutzung modernster Technologien bestehende physische Produkte und Prozesse zu verbessern und damit Vorteile zu erzielen. Dazu müssten sich Betriebe genau überlegen, welche Technologien sie wo einsetzen können. Sihn: »Industrie 4.0 setzt man nämlich nicht um, indem man einen Roboter kauft, Industrie 4.0 ist ein ständiger Prozess, in dem die eigenen, individuellen Möglichkeiten genutzt werden. Es geht darum, wie ein Unternehmen aus der ihm zur Verfügung stehenden Datenmenge nutzbare Smart Data machen kann, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen.«

Erfolge im Handel

»Die digitale Transformation ist kein Selbstläufer. Wir müssen sie aktiv gestalten und dabei ist das Begreifen und Monetarisieren digitaler Geschäftsmodelle die größte Herausforderung«, betont Arno Wohlfahrter, CEO von Metro Cash & Carry Österreich. »Wir müssen auch lernen, die Zusammenhänge zu bestehenden Geschäftsmodellen herzustellen.« Das stelle vor allem die IT vor große Herausforderungen, denn über oft Jahrzehnte gewachsene Strukturen konsumieren in der Regel 80 bis 90 Prozent des Budgets für »run the business« Investitionen, so Wohlfahrter. Da bleibe dann mitunter nicht mehr genug für die Entwicklung und Implementierung zukunftsfähiger Technologien. »Daher bietet Metro Österreich Digitalisierungslösungen für Gastronomiekunden. Vom Erstellen einer eigenen Gastro-Webseite inklusive Tisch-Reservierungstools über einen Webshop und Kassensysteme stellen wir Servicetools zur Verfügung, die helfen, den Arbeitsalltag unserer Kunden zu erleichtern.«

© Martina Draper

Pressegespräch zum Technologieforum 2018 u.a. mit Fraunhofer Austria GF Wilfried Sihn