Fraunhofer Austria gestaltet nachhaltige Transportketten

13.10.2015

In der Transportlogistik müssen Transporte minimiert und gleichzeitig Kapazitäten maximal genutzt werden – und das bei möglichst niedrigen Kosten und Emissionen. Diesen Herausforderungen widmen sich Fraunhofer Austria, die RISC Software GmbH und die Hödlmayr International AG im Forschungsprojekt IPPO.

Die effiziente Gestaltung und Optimierung von Transportprozessen ist eine permanente Herausforderung für die Logistik. Unter Berücksichtigung von Lieferterminen und Transportkapazitäten sollen Transporte minimiert und Kapazitäten maximal genutzt werden – und das bei möglichst niedrigen Kosten und Emissionen. Gleichzeitig erschweren Nachfrageschwankungen eine langfristige Planung. Die daraus resultierende meist kurzfristige Planung beeinflusst maßgeblich die Wahl der Transportmittel. Auch wenn beispielsweise die Bahn als Transportmittel in vielen Fällen ökologisch sinnvoll wäre, wird oft der LKW aufgrund seiner vergleichsweise kurzen Vorlaufzeit als Transportmittel gewählt. Wird die Kapazität der LKWs allerdings nicht ausgenutzt, belasten die unnötigen Emissionen der gefahrenen Leerkilometer die Umwelt.

Herausforderung Automobilindustrie

Vor allem die Automobilindustrie stellt die Logistikdienstleister bei der Distribution von Neufahrzeugen vor große Herausforderungen. Sie sind mit großer Variantenvielfalt, stark schwankenden Liefermengen sowie dem Bedarf an spezifischen Transportmitteln für den Roll-on/Roll-off Transport konfrontiert. Zwar erhalten Logistikdienstleister Prognosen über zukünftiges Transportaufkommen, die tatsächlichen Lieferabrufe erfolgen aber kurzfristig vor dem eigentlichen Transport. Aufgrund hoher Unsicherheiten weichen diese häufig  von den Planungen ab. Um schnell und flexibel auf schwankende Transportbedarfe reagieren zu können, erfolgen beim Logistikdienstleister überwiegend manuelle Planungen.

Forschungsprojekt IPPO: Gestaltung nachhaltiger Transportketten

Um den Herausforderungen zu begegnen, entwickeln die Wissenschaftler von Fraunhofer Austria gemeinsam mit der RISC Software GmbH und der Hödlmayr International AG im vom BMVIT geförderten Forschungsprojekt IPPO (Intelligente Vernetzung von Prognose, Planung und Optimierung zur Gestaltung nachhaltiger Transportketten) im Rahmen des Programms „Mobilität der Zukunft“ ein Informationssystem, mit dem Transportdienstleister verlässliche und nachhaltige Transporte planen und durchführen können: Die vom Kunden bereitgestellten Planzahlen sollen mithilfe einer Prognoselogik gebündelt und präzisiert werden. Alle relevanten Parameter, z.B. Saisonalitäten oder wirtschaftliche Entwicklungen, werden hierfür identifiziert und in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht. So wird die Planungssicherheit signifikant gesteigert. Um frühzeitig Engpässe bzw. Überschüsse erkennen zu können, werden die verfeinerten Planzahlen mit den verfügbaren Ressourcen abgeglichen. Auf Basis des Ergebnisses aus der Kapazitätsplanung soll der Transportdienstleister bewertete Handlungsalternativen erhalten. So wird demonstriert, dass Transporte effizienter durchgeführt werden können. Sind die Transportmengen ausreichend groß, zeigt das System außerdem die Möglichkeit des Einsatzes von Binnenschiff und/oder Bahn auf. Die entwickelten Methoden werden vernetzt in einem IPPO-Demonstrator abgebildet. Dadurch können die Ergebnisse aus dem Fallbeispiel Automobildistribution evaluiert und der ökonomische und ökologische Mehrwert einer prognosegestützten Transportplanung ermittelt werden.

© Foto Hödlmayr International AG