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Frag Dr. Google

"Dr. Google" ist für viele Menschen der erste Ansprechpartner für medizinische Fragen: Was hilft gegen Schnupfen? Wie können Verspannungen im Rücken vermieden werden? Unabhängig von der Qualität der Antworten und der Frage, ob "Dr. Google" empfehlenswert ist spiegeln die Anzahl und die Art solcher Suchanfragen zumindest teilweise den allgemeinen Gesundheitszustand wider.

Forscher der Medizinischen Universität Graz, der Technischen Universität Graz, des Uniklinikum Salzburg und der Fraunhofer Austria Research GmbH haben Google-Suchanfragen vom 1.1.2018 bis zum 31.12.2020 aus 53 Ländern zu 24 Schmerzsymptomen analysiert und auf einen zeitlichen Zusammenhang zu den COVID-19-Entwicklungen der jeweiligen Länder untersucht: Unsere Ergebnisse zeigen, dass für die meisten Schmerzarten die Häufigkeit von schmerzbezogenen Suchanfragen nach der offiziellen Meldung des ersten bestätigten COVID-19-Falls jeweils signifikant anstieg. Insbesondere die Suchanfragen für "Brustschmerz" und "Kopfschmerz" nahmen in allen in dieser Studie berücksichtigten, bevölkerungsreichsten Regionen der Welt signifikant zu.

Das Hauptziel der Studie ist die Erschließung zusätzlicher Daten und Zusammenhänge zum Thema COVID-19. Suchanfragen weiter Bevölkerungsteile stellen dabei eine große Datenquelle dar, die in systematischen Studien nur selten in diesem Umfang erfasst werden kann; diesem Vorteil steht allerdings ein entscheidender Nachteil gegenüber. Es ist offensichtlich, dass die Analyse von Suchanfragen nur das Verhalten von Internetnutzern und -nutzerinnen widerspiegeln kann und somit möglicherweise relevante Gruppen ausschließt. Außerdem kann man über die Gründe für die einzelnen Suchen nur spekulieren: generell gelten Internetsuchen als Surrogat für das öffentliche Interesse. Trotz dieser Einschränkungen liefern Studien dieser Art Hinweise über weitere, bisher nicht bekannte Zusammenhänge.

 

Die komplette infodemiologische Studie ist veröffentlicht in der April-Ausgabe des Journal of Medical Internet Research (doi: 10.2196/27214).
Die Veröffentlichung ist online frei zugänglich unter: https://www.jmir.org/2021/4/e27214

 

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