»Professionelles Miteinander statt klassischer Machtdistanz«

28. August 208

© Lisa Gaspar

Ihres Studiums wegen lebt die gebürtige Deutsche Alexandra Birkmaier (25) bereits seit sechs Jahren in Wien. Seit August 2018 ermöglicht ihr Fraunhofer Austria, ihr Masterstudium Betriebswirtschaftslehre an der Universität Wien mit Berufspraxis zu verbinden. Als Hilfswissenschaftliche Mitarbeiterin nutzt sie ihr universitäres Wissen, unterstützt ihr Team und erweitert gleichzeitig ihre fachlichen Kompetenzen.

 

Wie bist du auf Fraunhofer Austria aufmerksam geworden und was hat dich dazu bewegt, dich in diesem Unternehmen zu bewerben?

In Deutschland hat Fraunhofer einen sehr bekannten Namen, daher kennt man es durch Forschungsprojekte und Studien, welche für Politik und Wirtschaft angefertigt werden. Persönlich hatte ich noch keinen Kontakt damit, wodurch ein Freund meinte, ob ich nicht Interesse hätte mich zu bewerben. Zunächst muss ich sagen, dass ich durch meinen betriebswirtschaftlichen Hintergrund nicht unbedingt selbst auf die Idee gekommen wäre, weil Fraunhofer Austria mit der TU Wien kooperiert und somit vor allem in technologischen Bereichen tätig ist. Das Interesse war dennoch da und so habe ich mich beworben – mit Erfolg.

 

Was waren deine ersten Eindrücke?

Bereits bei meinem Bewerbungsgespräch ist mir aufgefallen, dass alle Mitarbeiter auf einer sehr persönlichen Ebene miteinander umgehen. Man hat nicht diese typische Machtdistanz, die man manchmal in Industriebetrieben hat. Hier ist grundsätzlich jeder per du und dadurch, dass das Team relativ jung ist und aus verschiedenen Bereichen kommt, geht man sehr offen miteinander um.

 

Was kann man sich unter deiner Berufsbezeichnung vorstellen und was sind deine Aufgaben?

Ich bin Hilfswissenschaftliche Mitarbeiterin, aber in den meisten Unternehmen wird man eher als Werkstudent bezeichnet. Dadurch, dass Fraunhofer Austria einen starken Bezug zur TU Wien hat, ist man allerdings Hilfswissenschaftlicher Mitarbeiter, mit dem Hintergrund, dass Fraunhofer Austria oder Fraunhofer generell, angewandte Forschung betreibt.
Ich bin bisher zwei Industrieprojekten zugeteilt worden, einem Forschungsprojekt jedoch noch nicht.

 

Was erhoffst du dir aus diesem Job mitnehmen zu können?

Zum einen denke ich, dass Forschungskompetenz immer wichtig ist, egal in welchem Beruf man tätig ist, um am Puls der Zeit zu bleiben. Forschung ist im Prinzip das, was die Wirtschaft weiterbringt, deshalb ist mir die Kompetenz in diesem Bereich auch entsprechend wichtig. Durch die vielen abwechslungsreichen Aufgaben, denen man hier gestellt ist, kann man sehr viel für das Leben mitnehmen und seine fachlichen Kompetenzen erweitern.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Die Arbeit ist prinzipiell sehr flexibel gestaltet. Man hat das Flex-Desk-Prinzip eingeführt, wodurch man sich morgens einen freien Platz sucht und keinen klassisch zugewiesen Schreibtisch mehr hat. Das hat die Vorteile, dass jeder Tag abwechslungsreich ist und man immer mit unterschiedlichen Kollegen zusammensitzt. Dies hat den Vorteil, dass offene Kommunikation angeregt wird, der Papierverbrauch eingeschränkt wird, und man je nach Aufgabe zwischen einem Stillarbeitsbereich und einem kommunikativeren Arbeitsbereich wählen kann. Die Arbeitszeiten sind ebenfalls sehr flexibel, da ich grundsätzlich für 20 Stunden pro Woche angestellt bin und diese Zeit relativ frei einteilen kann.

 

Welche Kompetenzen sollte man für deinen Job mitbringen?

Was auf jeden Fall gut ist, ist Interesse für technische Sachverhalte und auch eine gewisse Technikaffinität sollte man aufweisen, da man mit unterschiedlichen Programmen arbeitet, um Daten zu verarbeiten und zu visualisieren. Im Prinzip kann man aber alles lernen und wenn man Interesse an den Themen hat, tut man sich in der Regel leichter.

 

Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus? Was planst du nach deinem Studienabschluss?

Ich habe mich bewusst entschieden, meine frühere Werkstudentenstelle aufzugeben, um hier zu beginnen. Mein Masterabschluss ist nicht weit entfernt und ich kann mir gut vorstellen, dass ich hier, sofern es mir gefällt und es auch von Fraunhofer Austria Seite her passt, fest einzusteigen.

 

Was unterscheidet Fraunhofer Austria von deinen bisherigen Arbeitgebern?

Was gleich zu Beginn auffällt ist, dass wir hier eine sehr moderne Ausstattung haben und das ist nicht unbedingt selbstverständlich. Abgesehen davon wird jeder gleichbehandelt. Oft sind studentische Mitarbeiter im Arbeitsalltag etwas eingeschränkt, aber bei Fraunhofer Austria werden kaum Unterschiede gemacht, ganz gleich welches Alter oder welche Funktion, wodurch der Arbeitsalltag für mich sehr angenehm ist.

 

Was würdest du Neueinsteigern raten, die sich für eine Stelle bei Fraunhofer Austria interessieren?

Einfach bewerben! Die Arbeit hier ist sehr interessant, man wird in verschiedene Bereiche eingeführt und man kann unglaublich viel lernen. Meiner Meinung nach lässt sich der Job sehr gut mit dem Studium verbinden, weil man als Hilfswissenschaftlicher Mitarbeiter an der Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft sitzt. Als erster Schritt in die Arbeitswelt ist das sicher nicht verkehrt.

 

Das Interview führte Lisa Gaspar (18), Ferialpraktikantin bei Fraunhofer Austria.

Dieses Interview ist im Rahmen meines Ferialpraktikums im Bereich Pressearbeit, unter dem Motto »Sommer-Redaktion«, entstanden. Innerhalb meines einmonatigen Praktikums hatte ich die Möglichkeit, Einblicke in unterschiedliche Bereiche des Unternehmens sowie in den Arbeitsalltag einiger Mitarbeiter zu gewinnen.