NIKITA | Nachhaltige und kollaborative Transportnetzwerke mittels Integration von Realdaten in Echtzeit

Zielsetzung und Projektbeschreibung

Das Ziel des Forschungsprojekts NIKITA ist die Steigerung der Kooperation und Nachhaltigkeit von Transportnetzwerken durch die Integration von Realdaten. Basierend auf diesen Echtzeitinformationen werden mittels gemeinschaftlicher Ressourcennutzung LKW-Transporte gebündelt und eine optimale Nutzung von Restkapazitäten erzielt. Durch die optimale Auslastung des verfügbaren Volumens und Gewichts wird die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der verladenden Industrie und der Logistikdienstleister erreicht. Weiters wird die Verfügbarkeit von Transportnetzwerken gesteigert. Neben der Förderung nachhaltiger und kollaborativer Transportformen wird die Flexibilität kurzfristiger Lieferaufträge verbessert. Um diese Zielsetzungen zu erreichen, wird eine mobile, modular aufgebaute, hybride und transportmittelunabhängige Sensorik entwickelt. Zusätzlich zu den Sensorik-Daten werden relevante, transportlogistische Echtzeitinformationen aus Social Media Plattformen und Webseiten mittels geeigneter Social Media Analyse Tools und Text Mining Methoden identifiziert. Aufbauend wird ein präskriptiver Algorithmus entwickelt, in den die erhobenen Realdaten gemeinsam mit bestehenden Transportaufträgen und Stammdaten der Logistikdienstleister einfließen. Dieser dynamische Algorithmus liefert Handelsempfehlungen an die Akteure der Transportnetzwerke zur Schaffung nachhaltiger, kollaborativer und effektiver Transportketten.

Eckdaten zum Forschungsprojekt

Projektname

Nachhaltige und kollaborative Transportnetzwerke mittels Integration von Realdaten in Echtzeit

Kurztitel

NIKITA

Fördergeber

BMK

Projektnummer

877686

Programm/Ausschreibung

Mobilität der Zukunft 13. Ausschreibung: Gütermobilität

Konsortialführer

Fraunhofer Austria Research GmbH

Partner

Frankstahl Rohr- und Stahlhandelsges. m. b. H.

Schrack Technik GmbH

Johann Weiss GmbH

Laufzeit

36 Monate (01.09.2020 - 31.08.2023)

Status

Laufend

Ausgangssituation

Der Straßenverkehr ist in der Europäischen Union die Hauptquelle für Treibhausgasemissionen, wobei ein Großteil der Stickoxide, Kohlenmonoxide und Schwebstoffe durch LKWs verursacht werden. Trotzdem werden weiterhin rund 90 Prozent des Güterverkehrs in Europa aufgrund großer Verfügbarkeit, hoher Flexibilität, hoher Geschwindigkeit und geringen Kosten über die Straße abgewickelt. Dabei liegt die durchschnittliche Ladung je LKW deutlich unter dessen verfügbarer Kapazität. Dies wird vor allem hervorgerufen durch Leerfahrten bei Rücktransporten.

Diese Ineffizienzen resultieren aus der Tatsache, dass klassische Modelle zur Planung von Transportketten nicht nachhaltig und gleichzeitig ökonomisch anwendbar sind (u.a. aufgrund von steigender Komplexität, immer kürzer werdender Lieferzeiten, Same Day Delivery). Unternehmen haben meist nur innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette Transparenz, nicht aber entlang der gesamten Supply Chain. Mangelnde Koordination und Abstimmung von Transportnachfragen und -kapazitäten treten aufgrund nicht vorhandener Zusammenarbeit und fehlender, bereitgestellter Information zwischen den einzelnen Akteuren von Logistiknetzwerken auf.

Zukünftige Planungen und Steuerungen der Supply Chain sollen auf Echtzeitdaten basieren und klassische Modelle mit effizienteren und nachhaltigeren Ansätzen ablösen.

 

Ergebnisse

  • Präskriptiver Analyse Algorithmus basierend auf Echtzeit-Transportdaten zur Schaffung offener, kollaborativer, nachhaltiger und wettbewerbsfähiger Transportnetzwerke
  • Proof-of-Concept Demonstrator zur Validierung des Algorithmus anhand einer Bewertungslogik hinsichtlich Nachhaltigkeit, Kooperation, Wettbewerbsfähigkeit, Flexibilität, Verfügbarkeit und Transport-Qualität