Mobiler Mensch-Roboter-Einsatz in der Magazinierung

Fragestellung

In den meisten Produktionsbetrieben fällt Schüttgut an. Um dieses in nachfolgenden Prozessen weiterverarbeiten zu können, müssen die Teile wieder vereinzelt und geordnet werden – eine monotone Tätigkeit für den Mitarbeiter, die dessen Fähigkeiten weder fordert noch fördert, und darüber hinaus sehr teuer ist. Die Vermeidung von Schüttgut durch die direkte Magazinierung der Bauteile oder deren automatisierte Vereinzelung und Magazinierung aus dem Schüttgutbehälter heraus ist, je nach Anwendungsfall, eine technologisch anspruchsvolle Aufgabe, die mit hohen Entwicklungs- und Investitionskosten verbunden ist. Insbesondere in variantenreichen Fertigungsprozessen sind die einzelnen Lose oftmals nicht groß und die Produktlebenszyklen nicht lange genug, um eine derartige Investition wirtschaftlich zu rechtfertigen. Aus diesem Grund forscht Fraunhofer Austria am Einsatz kostengünstiger Automatisierungstechniken für die flexible Magazinierung unterschiedlicher Bauteile an verschiedenen Orten.

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Unser Beitrag

Mit unserer Kombination aus Fertigungs-, Montage- Logistik- und Automatisierungs-Know-how arbeiten wir an Magazinierungslösungen, die sich durch geringe Investitionen, hohe orts- und teilebezogene Flexibilität sowie schnelle Implementierung und Anpassung auszeichnen. Hierzu kombinieren wir Sensorik und Bildverarbeitung, flexible Greiftechnik und Leichtbaurobotik. Zusätzlich entwickeln wir die Behälterversorgung der Magazinierung mit minimalem Platzbedarf bei möglichst hoher Systemautonomie. Auch der Idee der Mensch-Roboter-Kollaboration wird Rechnung getragen: Wir arbeiten vornehmlich mit kollaborationsfähiger Robotik, sodass ein schutzzaunloser Betrieb und damit nochmals höhere Flexibilität in Bezug auf Anpassungen und Wartung des Systems gewährleistet werden.

Ziele und Nutzen

  • Reduktion manueller Arbeitsaufwände für Vereinzeln, Sortieren und Magazinieren von Bauteilen bei Schüttgutlagerung
  • Verwendung von Leichtbaurobotik und Low-Cost-Sensorik führt zu reduzierten Investitionskosten und vereinfachter System-Integration
  • Flexibilität der Magazinierungslösung ermöglicht rentablen Einsatz auch bei breiten Produktspektren, kleinen Stückzahlen und kurzen Produktlebenszyklen
  • Einsatz von kollaborationsfähigen Manipulatoren als Grundlage für den Betrieb ohne trennende Schutzeinrichtungen

Kontakt

Fabian Ranz, M.Sc.

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Fabian Ranz, M.Sc.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Produktionsoptimierung und Industrial Engeering

Fraunhofer Austria Research GmbH
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