SemI40

Fragestellung:

Das Forschungsprojekt SemI40 – kurz für »Power Semiconductor and Electronics Manufacturing 4.0« - widmet sich der Weiterentwicklung selbststeuernder Fabriken. Der Projektfokus der nächsten drei Jahre liegt auf den Bereichen »intelligente Produktion« und »cyber-physische Produktionssysteme«. Auch die sozialen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der Zukunft werden erforscht.

Unser Beitrag:

Der Konzeptentwurf eines Smart Process Control System wird den Grundstein für SemI40 bilden. Basierend auf industriespezifischen Anwendungsfällen analysiert Fraunhofer Austria die relevanten Produktions- und Planungsprozesse und bildet daraus Aktivitäts-, Material- und Informationsflüsse ab. Ziel ist, Prozesse optimal sowie ganzheitlich und in Echtzeit planen und steuern zu können.

Für effektive und richtige Entscheidungen werden in der Fabrik der Zukunft die richtigen Informationen zur richtigen Zeit benötigt. Diese müssen so aufbereitet und dargestellt werden, dass der Nutzer schnell einen tiefen Einblick in den betroffenen Sachverhalt bekommt und somit im Stande ist, die richtige Entscheidung zu treffen. Fraunhofer Austria leitet hierbei die Entwicklung eines Informationssystems und dessen anschließende Bewertung.

Am Ende des Projektes wird Fraunhofer Austria die implementierten Technologien bewerten und deren Beitrag am Erfolg des Projektes quantitativ mittels ausgewählten Kennzahlen darstellen. Hierzu wird ein Vorgehensmodell zur Bewertung der Anwendungsfälle entwickelt. Dies dient der Verbreitung und Nutzung der gewonnenen Erkenntnisse.

Ihr Nutzen:

Eine zentrale Rolle in SemI40 spielt der sichere Datenverkehr innerhalb und außerhalb von Fabriken: Es werden Prozesse entwickelt, die eine sichere Kommunikation weltweit vernetzter Anlagen mit unterschiedlichen Merkmalen gewährleisten – zum Beispiel hinsichtlich Alter, Betriebssystem oder Schnittstellen. Indem Risiken durch Schadprogramme frühzeitig erkennbar werden, sollen mögliche Auswirkungen auf die Produktion drastisch sinken.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung dynamischer Simulationen, um die Fertigung exakter und effizienter zu planen sowie Qualität, Auslastung und Durchlaufzeit zu verbessern.

Außerdem sollen Anlagen Routineentscheidungen künftig zunehmend selbst treffen – automatisiert und bei konstanter Qualität. Damit soll der Mensch entlastet und frei für komplexere Aufgaben werden.

Auch an der flexibleren Reaktion von Produktionsprozessen auf Veränderungen wird geforscht. Betroffen sind etwa Konfiguration, Warenfluss oder Auftragsverhalten der Kunden. Vorteile sind Energieeinsparungen und ein insgesamt effizienterer Ressourceneinsatz.

Ein weiteres zentrales Thema von SemI40 sind die sozialen Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Arbeitsplätze der Zukunft: Künftige Veränderungen von Arbeitsfunktionen und geforderten Qualifikationen müssen bereits heute berücksichtigt werden. Sie sind verstärkt mit systemorientiertem Arbeiten verbunden und erfordern neue Ausbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen. SemI40 soll dazu beitragen, mehr als 20.000 Arbeitsplätze in den beteiligten Betrieben zu sichern.

Partner & Förderung:

In Semi40 forschen 37 Partner aus fünf Ländern unter der Leitung von Infineon Austria. Mit einem Volumen von 62 Millionen Euro gehört das Forschungsprojekt zu den größten Industrie-4.0-Projekten in Europa. SemI40 vereint Investitionen aus Industrie, einzelnen Ländern sowie durch ECSEL (Electronic Components and Systems for European Leadership) Joint Undertaking. SemI40 wird, neben Investitionen der Industrie, co-finanziert durch Förderungen aus Österreich (BMVIT), Deutschland, Frankreich, Italien und Portugal sowie dem ECSEL Joint Undertaking.

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Paul Anton Schindler

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Dipl.-Ing. Paul Anton Schindler

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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